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Das Phonem und die Allophone.

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  1. Die Phoneme werden in phonologischen Oppositionen vermittelt.

I. Die Sprache besteht aus einigen Ebenen. Die erste Ebene der Sprache ist die phonologische. Das Phonem ist die Haupteinheit dieser Ebene. Aber es gibt keine Einigkeit im Bezug auf die Definition des Phonems. Man unterscheidet phonologische Schulen:

v Prager Linguistische Schule, die Vertreter sind N.S. Trubetzkoj, S.Karzevskij, R.Jakobson;

Für die Vertreter der Prager Linguistischen Schule ist das Phonemdie kleinste Einheit des Sprachsystems, die sich nicht in noch kürzere aufeinanderfolgende phonologische Einheiten zerlegen lässt, eine funktionell-strukturelle Einheit, eine theoretische Abstraktion. Das Phonem ist die Gesamtheit der phonologisch relevanten Eigenschaften eines Lautbildes. Das Phonem wird im Redefluss durch verschiedene Phonemvariante / Allophonen vertreten, die materielle Symbole eines Phonems sind.

v Leningrader Phonologische Schule, die Vertreter sind Lew Wladimirovitsch Stscherba, L.R. Sinder, Бондарко, Вербицка и др.

Die Vertreter der Leningrader Phonologischen Schule verstehen unter dem Phonem die kleinste artikulatorisch-akustische Spracheinheit, die Wörter und Wortformen unterscheidet. Für sie ist das Phonem ein konkreter Laut, der in Form von seinen Schattierungen existiert. Also, das Phonem beruht auf seinem artikulatorisch-akustischen Bild und auf seiner distinktiven Funktion. Das Phonem ist ein Sprachlaut mit distinktiver (sinnunterscheidender) Funktion, der in vielen situativbedingten Varianten auftreten kann (Oscar Zacher).

v Moskauer Phonologische Schule, die Vertreter sind Kusnezow, Awanesow, Bogomazowa

Für die Moskauer Phonologische Schule ist das Phonem ein Bestandteil des Morphems. Nach ihrer Ansicht kann man das Phonem nicht mit einem konkreten Laut identifizieren. Es ist eine abstrakte lautliche Einheit. Das Verhältnis zwischen Phonem und Laut kann man aus dieser Sicht dem Verhältnis zwischen Wesen und Erscheinung gleichsetzen.

Diese drei Schulen geben verschiedene Definitionen vom Begriff „Phonem". Aber die gemeinsamen Schlussfolgerungen sind folgende.

Das Phonem übt zwei Hauptfunktionen und zwei fakultative Funktionen aus.

Die Hauptfunktionen sind:

v konstruktive (konstitutive) — die konstitutive Funktion des Phonems ist als Baustoff für höhere Spracheinheiten (Morpheme, Wörter) aufzufassen, denn sie setzen sich aus einzelnen Phonemen in bestimmter Reihenfolge zusammen. Jedes Phonem beruht auf den phonologisch-wesentlichen Merkmalen, die diesem Phonem zugrunde liegen.

v distinktive (sinnunterscheidende, differenzierende) — die distinktive Funktion des Phonems besteht darin, dass die Phoneme verschiedene Wortformen unterscheiden, an die bestimmte semantische und grammatische Bedeutungen gebunden sind. Also, das Phonem unterscheidet die Bedeutungen der Wörter nicht direkt, sondern indirekt durch ihre Lautgestallten. Man kann diese Funktion gleichzeitig als Identifikationsfunktion bezeichnen, weil sie die Wörter und Wortformen nicht nur unterscheidet, sondern auch sie identifiziert. Das Phonem ist potentiell mit der Bedeutung verbunden; als Lufthülle von Morphemen erhält das Phonem eine grammatische Bedeutung: ушел(3 лицо, ед. числа, пр. вр.)

Die fakultativen Funktionen sind (Щерба, Зиндер):

v delimitative (demarktive, abgrenzende) Die delimitative Funktion des Phonems besteht darin, dass einige Phoneme die Phonemgrenze signalisieren. Sie segmentieren eine Lautfolge in Einzellaute, in Phoneme. z.B. |ŋ| im Auslaut; |h| im Anlaut

v integrierende (vereinigende) — die integrierende Funktion des Phonems besteht darin, dass sich die Wörter und Wortformen mit relativ gleicher Lautgestalt vereinigen lassen, was ihre Einprägung erleichtert und in der Poesie vielfach benutzt wird.

Jedes Phonem stellt ein System von distinktiven Merkmalen dar. Unter den distinktiven / phonologisch-wesentlichen Merkmalen versteht man die charakteristischen Besonderheiten artikulatorisch-akustischer Art, die den meisten Realisationen des Phonems eigen sind.

Man unterscheidet zwei Arten von phonologisch-wesentlichen Merkmalen: modaler und lokaler Art. Die ersten beschreiben die Art und Weise, wie das Phonem erzeugt wird (stimmhaft oder stimmlos, offen oder geschlossen, Verschluss- oder Engelaut etc.). Die zweiten beschreiben die Stelle, an der das betreffende Phonem gebildet wird (alveolar, oder palatal oder velar etc.). Die Vokalphoneme besitzen keine lokalen phonologisch-wesentlichen Merkmale, denn sie haben keine lokalen Charakteristika.

Die phonologisch-wesentlichen Merkmale bei den Konsonanten:

1. Beteiligung der Stimme (stimmlos – stimmhaft: packen - backen)

2. Artikulationsart (explosiv – frikativ: passen - fassen)

3. Artikulationsstelle (rinnen - ringen)

4. Beteiligung der Nasenhöhle (Mann - Bann)

Bei den Vokalen: Quantität (lang oder kurz: bieten - bitten), Qualität (geschlossen und offen: fühlen - füllen), Labialisierung (Bühne - Biene), Reihenzugehörigkeit (Zungenstellung spülen - spulen), Zungenhebungsstufe (liegen - legen).



Die phonologisch-wesentlichen Merkmale üben drei Funktionen aus:

  1. die tektonische (konstitutive, gestaltende): die konstitutive Funktion des Phonems ist als Baustoff für höhere Spracheinheiten (Morpheme, Wörter) aufzufassen; jedes Phonem beruht auf den phonologisch-wesentlichen Merkmalen, die diesem Phonem zugrunde liegen.
  2. distinktive (unterscheidende, differenzierende)
  3. integrierende (vereinigende).

Die zweite und dritte Funktion treten in der Regel gleichzeitig zutage. Fast jedes phonologisch-wesentliche Merkmal übt gleichzeitig solche Funktionen aus. So vereinigt das phonologisch-wesentliche Merkmal des Verschlusses solche Phoneme wie b, p, m und gleichzeitig trennt es sie von allen anderen Engephonemen, z. B. von f, s, x usw.


Дата добавления: 2015-07-24; просмотров: 271 | Нарушение авторских прав


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III. Grammatische Kategorien und Paradigmatik des Satzes| Die Phoneme werden in phonologischen Oppositionen vermittelt.

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