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Der Vater sieht sich im Zimmer um. Der Schulranzen liegt fertig gepackt auf dem Pultsitz. Daneben hockt Christl, die Puppe.

Unter der Stehlampe liegt die Aktenmappe. Es gibt noch so viel zu tun. | Die Zwillinge sind zitternd ins Bett gesprungen. | Herr Gabele brummt. | Es klingelt. | Er lacht. | Wieder sitzt ein Pfeil in seinem Herzen. Und diesmal ist der Pfeil vergiftet. | Dann zieht er mit einem Ruck die Decke von der Staffelei, nimmt Palette und Pinsel zur Hand, betrachtet seine Arbeit mit zusammengekniffenen Augen und geht ans Werk. | Das Kind nickt und macht sich auf den Weg. | Das Kind schiebt sich auf eine Stuhlkante und wendet kein Auge von der Dame. | Der alte Herr verspricht, sofort zu kommen. Er ist genau so aufgeregt wie die Resi. |


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  1. Lotte wird steif wie eine Puppe.
  2. Martin mietet ein Zimmer
  3. Unter der Stehlampe liegt die Aktenmappe. Es gibt noch so viel zu tun.

8 Er steht leise auf, holt die Puppe, löscht das Licht aus und setzt sich wieder ans Bett.

9 Nun sitzt er im Dunkeln und streichelt die Puppe, als wäre sie das Kind. Ein Kind, das vor seiner Hand nicht erschrickt.

 

В копилку:

 

Schlafen Sie gut!

 

Neuntes Kapitel

 

Herrn Eipeldauers Fotos stiften Verwirrung – Ja, ist es denn überhaupt Lotte? – Fräulein Linnekogel wird ins Vertrauen gezogen – Verbrannte Schweinsripperl und zerbrochenes Geschirr – Luise beichtet fast alles – Warum antwortet Lotte nicht mehr?

 

 

1 D er Chefredakteur der Münchner Illustrierten, Doktor Bernau, stöhnt auf (стонет, простонал, охнул). „Sauregurkenzeit («время соленых огурцов» = безвременье, застой; sauer – кислый; die Gurke – огурец), meine Liebe! Wo sollen wir ein aktuelles Titelbild hernehmen (откуда нам взять актуальную титульную фотографию /на первую страницу/; der Titel – заголовок, заглавие) und nicht stehlen (украсть)?“

2 Frau Körner, die an seinem Schreibtisch steht, sagt: „Neopress hat Fotos von der neuen Meisterin im Brustschwimmen (чемпионки по плаванью в стиле брасс) geschickt.“

3 „Ist sie hübsch?“

4 Die junge Frau lächelt. „Fürs Schwimmen reicht es (достаточно, хватает).“

5 Doktor Bernau winkt entmutigt ab (отмахивается с безнадежно, обескураженно; der Mut – мужество; entmutigen – «лишать мужества»). Dann kramt er (копается) auf dem Tisch. „Ich hab doch da neulich von irgend so’nem ulkigen (от некоего, одного такого забавного, потешного) Dorflichtbildkünstler (деревенского фотографа) Fotos geschickt gekriegt (получил: «получил посланными»)! Zwillinge waren darauf!“ Er wühlt zwischen Aktendeckeln (копается между обложками папок; der Deckel - крышка) und Zeitungen. „Paar reizende kleine Mädels (прелестные, очаровательные маленькие девчушки)! Zum Schießen ähnlich (убийственно похожи: «застрелиться как похожи»; schießen - стрелять)! He, wo seid ihr denn, ihr kleinen Frauenzimmer (женщины, бабы: das Frauenzimmer)? So etwas gefällt dem Publikum immer. Eine gefällige Unterschrift dazu (привлекательную подпись к этому). Wenn schon nichts Aktuelles (если уж ничего актуального), dann eben ein Paar hübsche Zwillinge! Na endlich (ну наконец-то)!“ Er hat das Kuvert (конверт: das Kuvért) mit den Fotos entdeckt (нашел: «обнаружил»), schaut die Bilder an und nickt beifällig (одобрительно; der Beifall – одобрение; аплодисменты). „Wird gemacht (будет сделано), Frau Körner!“ Er reicht ihr (протягивает) die Fotos.

6 Nach einiger Zeit blickt er schließlich hoch, weil seine Mitarbeiterin nichts sagt. „Nanu!“ ruft er. „Körner! Sie stehen ja da wie Lots Weib als Salzsäule (как жена Лота в качестве соляного столпа; das Weib – женщина, баба; die Säule – колонна, столб)! Aufwachen (проснитесь: «проснуться»)! Oder ist Ihnen schlecht geworden?“

7 „Ein bisschen, Herr Doktor!“ Ihre Stimme schwankt (дрожит: «колеблется»; schwanken – качаться, шататься; колебаться). „Es geht schon wieder (/мне/ уже лучше, все в порядке).“ Sie starrt (уставилась, смотрит /неподвижно/) auf die Fotos. Sie liest den Absender (отправителя; senden – посылать; absenden - отсылать). „Josef Eipeldauer, Photograph, Seebühl am Bühlsee.“

8 In ihrem Kopf dreht sich alles.

9 „Suchen Sie das geeignetste Bild aus (выберите самую подходящую фотографию: aussuchen; sich eignen – подходить, годиться; eigen – свойственный, присущий), und dichten Sie (сочините) eine Unterschrift, dass unseren Lesern das Herz im Leibe lacht! Sie können das ja erstklassig!“

10 „Vielleicht sollten wir sie doch nicht bringen“, hört sie sich sagen.

11 „Und warum nicht, hochgeschätzte Kollegin?“

12 „Ich halte die Aufnahmen nicht für echt (считаю снимки неподлинными: die Aufnahme).“

13 „Zusammenkopiert (фотомонтаж), was?“ Doktor Bernau lacht. „Da tun Sie dem Herrn Eipeldauer entschieden zu viel Ehre an (оказываете решительно слишком много чести: die Ehre; antun – причинять, доставлять). So raffiniert ist der nicht (не такой уж он утонченный, изощренный)! Also, rasch ans Werk (быстро за дело), liebwerte Dame (милая дама)! Die Unterschrift hat bis morgen Zeit. Ich kriege den Text noch zu Gesicht, bevor Sie ihn in Satz geben (прежде чем вы его отдадите в набор).“ Er nickt und beugt sich über neue Arbeit.

14 Sie tastet sich hinüber in ihr Zimmer, sinkt in ihren Sessel, legt die Fotos vor sich hin und presst die Hände an die Schläfen (к вискам: die Schläfe).

15 Die Gedanken fahren in ihrem Kopfe Karussell. Ihre beiden Kinder! Das Kinderheim! Die Ferien! Natürlich! Aber, warum hat Lottchen nichts davon erzählt? Warum hat Lottchen die Bilder nicht mitgebracht? Denn als sich die zwei fotografieren ließen, taten sie’s doch nicht ohne Absicht (неслучайно: «не без намерения»). Sie werden entdeckt haben (они, видимо, обнаружили), dass sie Geschwister sind! Und dann haben sie sich vorgenommen (спланировали, решили: sich vornehmen), nichts darüber zu sagen. Es lässt sich verstehen (это можно понять), ja, freilich (конечно). Mein Gott, wie sie einander gleichen! Nicht einmal das vielgepriesene Mutterauge (даже хваленый материнский глаз не …; preisen - хвалить) … Oh, ihr meine beiden, beiden, beiden Lieblinge!

16 Wenn jetzt Doktor Bernau den Kopf durch die Tür steckte (просунул бы), sähe er in ein von Glück und Schmerz überwältigtes (потрясенное; überwältigen – одолевать; потрясать /о зрелище/) Gesicht, über das Tränen strömen (струятся), Tränen, die das Herz ermatten (изнуряют; matt – тусклый, матовый; вялый), als flösse das Leben selber (как будто сама жизнь вытекает: fließen) aus den Augen.

17 Glücklicherweise (к счастью) steckt Doktor Bernau den Kopf nicht durch die Tür.

18 Frau Körner ist bemüht (старается), sich zusammenzureißen (взять себя в руки). Gerade jetzt heißt es (как раз сейчас очень важно), den Kopf oben zu behalten (голову сохранять на поверхности, держать над водою = не терять присутствия духа)! Was soll geschehen? Was wird, was muss geschehen? Ich werde mit Lottchen reden!

19 Eiskalt durchfährt es (ледяным холодом пронизывает) die Mutter! Ein Gedanke schüttelt wie eine unsichtbare Hand ihren Körper hin und her (одна мысль содрогает: «трясет», подобно невидимой руке, ее тело в разные стороны, туда-сюда)!

20 Ist es denn Lotte, mit der sie sprechen will?

 

1 Der Chefredakteur der Münchner Illustrierten, Doktor Bernau, stöhnt auf. „Sauregurkenzeit, meine Liebe! Wo sollen wir ein aktuelles Titelbild hernehmen und nicht stehlen?“

2 Frau Körner, die an seinem Schreibtisch steht, sagt: „Neopress hat Fotos von der neuen Meisterin im Brustschwimmen geschickt.“

3 „Ist sie hübsch?“

4 Die junge Frau lächelt. „Fürs Schwimmen reicht es.“

5 Doktor Bernau winkt entmutigt ab. Dann kramt er auf dem Tisch. „Ich hab doch da neulich von irgend so’nem ulkigen Dorflichtbildkünstler Fotos geschickt gekriegt! Zwillinge waren darauf!“ Er wühlt zwischen Aktendeckeln und Zeitungen. „Paar reizende kleine Mädels! Zum Schießen ähnlich! He, wo seid ihr denn, ihr kleinen Frauenzimmer? So etwas gefällt dem Publikum immer. Eine gefällige Unterschrift dazu. Wenn schon nichts Aktuelles, dann eben ein Paar hübsche Zwillinge! Na endlich!“ Er hat das Kuvert mit den Fotos entdeckt, schaut die Bilder an und nickt beifällig. „Wird gemacht, Frau Körner!“ Er reicht ihr die Fotos.

6 Nach einiger Zeit blickt er schließlich hoch, weil seine Mitarbeiterin nichts sagt. „Nanu!“ ruft er. „Körner! Sie stehen ja da wie Lots Weib als Salzsäule! Aufwachen! Oder ist Ihnen schlecht geworden?“

7 „Ein bisschen, Herr Doktor!“ Ihre Stimme schwankt. „Es geht schon wieder.“ Sie starrt auf die Fotos. Sie liest den Absender. „Josef Eipeldauer, Photograph, Seebühl am Bühlsee.“


Дата добавления: 2015-07-20; просмотров: 91 | Нарушение авторских прав


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Der Hofrat sitzt am Bett.| In ihrem Kopf dreht sich alles.

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