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Textinterpretation

der Erzählung von W. Borchert “Nachts schlafen die Ratten doch”.

 

Schwer krank und verwundert kehrte Wolfgang Borchert nach der Gefangenschaft in seine Vaterstadt Hamburg zurück. In den zwei Jahren, die ihm noch blieben (1945-1947), schrieb er seinen Kummer, Erschütterung und Anklage in Erzählungen und Skizzen nieder. Der Krieg ruiniert den Menschen nicht nur körperlich, er hinterlässt tiefe Spuren in der menschlichen Seele. Das Thema seiner Erzählungen und seines Dramas “Drausen vor der Tür” sind die Opfer des Krieges: Kinder, junge Männer, die als Krüppel aus dem Krieg zurückkamen, ihr unerträgliches Nachkriegsleben, die verheerenden Folgen des Krieges.

In der bekannten Erzählung “Nachts schlafen die Ratten doch” sehen wir einen neunjährigen Jungen, der die schreckliche Vision des nächtlichen Bombenangriffs nicht loswerden kann.

Sein Bruder ist im verschütteten Keller geblieben: “ Mit einmal war das Licht weg im Keller. Und er auch. Wir haben noch gerufen. Er war viel kleiner als ich” – so lautet die sineple Mitteilung des Kindes über die Tragödie der Familie.Alles erinnert ihn an diese Nacht. Der Lehrer sprach von Ratten. Die Vorstellung, dass sie die Toten fressen, kann der Junge nicht überwinden. Allein und verkümmert sitzt er tage-und nächtelang auf dem Schutthaufen des zerbombten Hauses. Dort findet ihn ein alter Mann, der es gelingt, den Jungen von der seelischen Depression zu befreien.

Es ist eine Kurzgeschichte. Sie beginnt mit einer kurzen Einleitung- ein Absatz, der aus einfachen Sätzen besteht und den Ort der Handlung beschreibt: die Schuttwüste. Zur Beschreibung des schrecklichen Ortes verwendet der Autor Epitheta und Metaphern: das hohle Fenster gähnte blaurot, vereinsamte Mauer, steilgereckte Schornsteinreste, die Schuttwüste döste. Die Zeit der Handlung ist nicht angegeben, der Inhalt des Ganzen lässt vermuten, dass es kurz nach dem Kriege geschieht.

Der zweite Absatz führt die handelnden Personen ein: den Jungen und den alten Mann. Der Absatz beginnt mit dem Satz: “Er hatte die Augen zu”. Der Held der Erzählung, der Junge, wird wiederholt durch das Pronomen “Er”am Anfang drei Sätze bezeichnet. Seinen Namen erfahren wir erst weiter: Jürgen. Die zweite handelnde Person, der alte Mann, hat keinen Namen, obwohl er eine höchst prägnante Gestalt ist und als Symbol der Güte und Weisheit geschildert wird. Der Stil der Kurzgeschichte ist knapp, gedrängt, sprachökonomisch. Von dem Alten erfährt der Leser nur, dass er krumme Beine hat, “ärmlich behoste Beine” und etwas Erde an den Fingerspitzen, da er Futter für seine Kaninchen brachte. Im weiteren Verlauf der Erzählung wird das Merkmal “krumme Beine” oftmal wiederholt, tritt als Metonymie auf: “er sah auf die krummen Beine”, “seine krummen Beine waren ganz unruhig”. Der Gebrauch der Pronomen statt Namen hat verallgemeinernde Bedeutung: es könnte jedes Kind sein, das die Schrecken des Krieges erlebt hat.

Gleichzeitig mit der Einführung der handelnden Personen wird im zweiten Absatz die Erzählperspektive dargestellt: der Junge sitzt und sieht die krummen Beinen des Alten, der alte Mann steht und sieht auf das Haargestrüpp hinunter. Das ist wichtig für den Verlauf der Handlung, denn die Änderung der Perspektive vor dem Schluss ist von inhaltlicher Bedeutung. Jürgen sitzt auf dem Schutt, sein Zustand wird durch erlebte Rede geschildert: “Mit einmal wurde es noch dunkler…Jetzt haben sie mich.” – er will nicht gefunden werden. Erst am Ende der Erzählung steht er auf und fragt, ob der Alte ihm ein Kaninchen geben könnte.

Der weitere Inhalt entwickelt sich durch den Dialog. Dem alten Mann gelingt es, mit dem Jungen ein Gespräch anzuknüpfen. Jürgen gibt kurze Antworten. Aus dem Dialog erfährt der Leser, dass der Junge neun Jahre alt sei, seinen Namen, dass er raucht, in der Schule zurückgeblieben ist, und schliesslich gelingt es dem Alten, den Grund seiner sonderbaren Wache zu erfahren:”Die krummen Beine kamen einen Schritt zurück: Wegen den Ratten?”

“Ja, die essen doch von Toten. Von Menschen. Da leben sie doch von…”

“Und du passt nun auf die Ratten auf?

Auf die doch nicht! Und dann sagte er ganz leise: Mein Bruder, der liegt nämlich da unten. Da. Unser Haus kriegte eine Bombe.”

Das ist die Kulmination der Erzählung, von starker Wirkung ist, dass die ganze Situation in einfacher Kindersprache umrissen ist.

Der Leser ist ebenso betroffen wie der Alte. Da fällt dem Alten das rettende Wort ein: "Ja, hat euch denn nicht gesagt, dass die Ratten nachts schlafen?"

“Nein, flüsterte Jürgen und sah mit einmal ganz müde aus.” Die kurze Bemerkung des Autors: “sah müde aus ” gehört zu den psychologischen Charakteristiken: also hat er dem Alten geglaubt. Jetzt muss das eingeprägt werden, und es folgt eine Reihe Wiederholungen: “Na, sagte der Mann, das ist aber ein Lehrer, wenn er das nicht mal weiss. Nachts schlafen die Ratten doch. Nachts kannst du ruhig nach Hause gehen. Nachts schlafen sie immer. Wenn es dunkel wird, schon.”

Die Wiederholung spielt auch weiterhin eine wichtige Rolle im Text, - z.B. “ Jürgen machte mit seinem Stock kleine Kuhlen in den Schutt. Lauter kleine Betten sind das, dachte er, alles kleine Betten.” Und nachdem der Mann vorgeschlagen hat, ihm ein kleines Kaninchen mitzubringen: “ Jürgen machte kleine Kuhlen in den Schutt. Lauter kleine Kaninchen. Weisse, graue, weissgraue. Ich weiss nicht, sagte er leise, wenn sie wirklich nachts schlafen.” Durch die Wiederholung des Satzes wird der Wendepunkt markiert, den man als Genesung bezeichnen kann. Bisher sah der Junge gedanklich nur den kleinen Bruder, sein kleines Bett, und plötzlich erscheinen vor seinen Augen kleine Kaninchen, was der alte Mann im Laufe des Gesprächts mit nahezu methodischem Verfahren und pädagogischem Takt erstrebt hatte durch die Wiederholung des Wortes “Kaninchen” mit verschiedenen Epitheta: junge, kleine, weisse.

Und weiter kommt das vom Leser erwartete, erhoffte: “Da stand Jürgen auf und fragte: Wenn ich eins kriegen kann? Ein weisses vielleicht?” Am Ende tritt als stilistisches Mittel ein Symbol auf: ”Er lief mit seinen krummen Beinen auf die Sonne zu. Die war schon rot vom Abend, und Jürgen konnte sehen, wie sie durch die Beine hindurchschien, so krumm waren sie.” Der Alte hat ihm die Sonne, die Kindheit wiedergegeben. Doch kann das Ende so optimistisch nicht sein. Ist es denn möglich, den Krieg zu vergessen? Auch darauf wird in der kurzen Erzählung Antwort gegeben, symbolisch: “Und der Korb schwenkte aufgeregt hin und her. Kaninchenfutter war da drin. Grünes Kaninchenfutter, das war etwas grau vom Schutt.” Grün ist die Farbe der Hoffnung, des Lebens, aber das Grüne war grau vom Schutt. Und das ist realistisch. Der Junge hat die Krise überstanden, wie wird es ihm weiter gehen? Die Geschichte hat einen offenen Schluss, der den Leser zum Nachdenken bewegt und im Unterricht zu methodischen Zwecken zunutze gemacht werden kann. Die Geschichte kann weitergeführt werden.

Der Dialog ist im Stil der Umgangsprache gehalten. Was die Lexik anbetrifft, so ist die Anzahl der Wörter und Wendungen gross: mit einmal, jetzt haben sie mich, na, denn nicht, Donnerwetter, bist ja ein fixer Kerl, unser Haus kriegte eine Bombe, euer Lehrer soll einpacken.

Verschiedene grammatische Erscheinungen, die zum Stil der Umgangsprache gehören, gestalten den Dialog, z.B.:

Wegen den Ratten – Dativ statt Genitiv nach der Präposition wegen;

Mein Bruder, der liegt nämlich da unten – Prolepse, d.h. Wiederaufnahme des Substantivs durch ein Pronomen;

Du schläfst hier wohl, was?, Wohl auf Geld, was? – umgangssprachliche Wortstellung;

Ja, die essen doch von Toten. Von Menschen.

Da leben sie doch von.

Das Licht war weg im Keller. Und er auch – Lockerheit des Satzbaus: Ausklammerung, Nachtrag.

Psychologische Charakteristiken werden durch kurze Bemerkungen des Autors zu den Repliken und durch die

redeeinleitende Verben erreicht:

Ja, antwortete Jürgen mutig und hielt den Stock fest., Jürgen sagte verächtlich, meinte geringschätzig, sagte unsicher, zaghaft, traurig.

Am Anfang wird das Verb “flüstern” wiederholt, am Ende “ruft” Jürgen.

Im vorletzten Absatz, der aus 5 Sätzen besteht, wird das Verb “rufen” dreimal wiederholt.

Sirnbilder (Symbole), Metaphern, Metonymie, Epitheta, treffende Wortwahl und Wortbildung bewirken die Kürze des Ausdrucks, z.B.: steilgereckte Schornsteinreste, das hohle Fenster gähnte blaurot…ärmlich behoste Beine.

Die Geschichte “Nachts schlafen die Ratten doch” ist eine leidenschaftliche Anklage, die der Autor gegen die Kriegsbrandstifter erhebt. Durch den Krieg geraubte Kindheit, geraubte Jugend, körperliche und seelische Leiden bilden den Inhalt seiner Erzählungen. Alle Leiden der Kriegshölle hat Borchert selbst durchgemacht, doch einen Funken Hoffnung findet der Leser in seinen Erzählungen: die Sonne, helle Farben,die Güte des Menschen, die in dieser Erzählung der alte Mann ausstrahlt, zeugen davon, dass der Autor den Glauben an den Menschen, an seinen guten Willen und Verstand, an eine kriegslose Zukunft nicht verloren hat.

 


Дата добавления: 2015-08-13; просмотров: 195 | Нарушение авторских прав


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